About the photographer

Chris Rügge

jahrgang 1959 habe ich mich nach langer schulzeit 1978 geweigert, abitur zu machen, so daß mich mein papi nicht auch noch auf die uni zwingen konnte. daher konnte ich zunächst mal ein relativ freies Leben führen, mit verschiedenen jobs von barkeeper bis waldarbeiter.
1980 erstand ich eine gebrauchte Canon AE 1 und fing an, kunst- und kneipenszene zu fotografieren. Das geschah nebenher und es war ziemlich echt, weil ich ja selbst rock-und drogenkneipennachvogel war. bald galt ich als fotograf, denn ich lief ja immer mit der kamera herum. keiner wußte zwar genau, was ich so tat, aber das war ja egal.
ich bezeichne das als beginn meiner fotografischen laufbahn, weil teilweise ganz erstaunliche fotos entstanden. damals war mir das gar nicht bewußt, ich verdiente auch kein geld damit, d.h. ich kam gar nicht auf den gedanken.
ein zweiter umstand kam hinzu, was das fotogafieren bewußter machte. jemand verkaufte mir günstig ein komplettes sw labor,so daß ich bald meine sünden oder auch erfolge im labor am eigenen leib ausbaden mußte. ich halte den zusammenhang zwischen arbeit mit der kamera und späterem bilderzeugen im labor für sehr entscheidend, zumindest am anfang. nur so lernt man/erfährt man, was ein bild ist, was es vermag und was nicht.
Wie gesagt damals war mir das ,was ich tat nicht bewußt, aber heute weiß ich ,daß die art von fotografie, die ich damals angefangen habe, heute zu den haupttätigkeiten zählt, mit denen ich am liebsten mein geld verdiene. das heißt, im weitesten sinn reportage, also dinge geschehen und ich fotografiere sie, auch in der mode, auch bei porträts auch bei modenschauen.
irgendwie fotografiere ich immer noch so, oder besser gesagt, wieder nach dem zivildienst, der auch locker war (mahlzeitendienst mit dienstantritt 10.00 uhr) stand mein Entschluß fest ich wollte fotograf werden. ich fand eine lehrstelle in einem studio für werbefotografie 1983-86, die ich auch mit abschluß beendete. dort lernte ich noch einmal sw labor, obwohl ich dachte ich könne es und natürlich die anderen dinge, die man so braucht.
ich halte so eine ausbildung ebenfalls für wichtig, auch wenn man vielleicht später in eine ganz andere richtung geht. fotografieren ist eigentlich ganz banal, man braucht licht, man fummelt so lange bis es vernünftig aussieht dann öffnet man den verschluß und das licht fällt auf den film. dann fummelt man im labor, bis das bild so aussieht, wie man es haben will, das ist alles. Der weg dorthin ist übung, lernen, routine joballtag, fluchen und sich auf das ende der lehre freuen wo man ja ganz andere dinge machen wird.
neben her lernt man so beliebte dinge wie ausflecken. ausflecken ist ein gutes beispiel. es ist nur ein problem, wenn man es nicht kann, wenn man es kann, ist es einfach. lernen kann man es nur durch übung, und übung braucht motivation, da üben aber blöd ist, lernt so etwas nur in der lehre, weil man es dort einfach machen muß. Bei mir war das jedenfalls so, vielleicht funktioniert das bei anderen anders. ich fand meine lehre von der heutigen sicht aus wichtig.
ich mache heute übrigens auch produktfotos ohne aquise und ohne aufwand und kopfschmerzen, weil ich diese dinge früher den ganzen tag gemacht habe.
Während der lehre begann ich für die stadtzeitung Kölner Ilustrierte zu arbeiten, was ich eigentlich bis 1989 tat. Das war meine bildjournalistische ausbildung, außerdem brachte es geld ein, nicht viel, aber ich habe seitdem nie wieder bier zapfen müssen oder einen anderen geldjob.
1989 kaufte ich ein modestudio von einem fotografen, der aus altersgründen aufhörte und übernahm einige kunden von ihm. diese studiozeit war auch sehr lehrreich im guten wie im schlechten sinn. ich habe teilweise sehr gut verdient, hatte aber auch viele kosten, so daß man zeitweise nur für geld jobs suchen und machen muß die man eigentlich nicht machen wollte.
kurz diese art von unabhängigkeit war eine schlimme abhängigkeit von kostenzwängen, ich mußte das studio 1992 wieder verkaufen.
die guten dinge des eigenen studios sind natürlich die tollen möglichkeiten, alles ist da, man kann mal was stehen lassen, wenn man dann mal zeit hat für freie sachen. jedoch mit freien sachen verdient man kein geld, leider ist das so, auch wenn man es am anfang nicht glaubt.
Danach hatte mich für ein jahr bei einem anderen fotografen in sein studio eingekauft seitdem bin ich wieder unabhängig. Ich mache fotos von modenschauen, auch international, editoriale porträts für zeitschriften und ... parties ... (man nennt das eventfotografie, wenn gutzahlende pr-agenturen ihren kunden zeigen wollen, wofür sie deren geld ausgegeben haben) So schließt sich der Kreis.
Zum schluß: was ist fotografie für mich? Sie ist erstens nicht das wichtigste in meinem leben aber schon wichtig. Ich mag sie auch gern, wenn auch viele jobs die ich für geld mache manmal nur mit routine zu überstehen sind.
Fotografie ist aber eines ganz sicher, sie ist kommunikation, ich habe mit leuten zu tun, kunden natürlich, aber auch die Porträtierten. über den (um)weg der fotografie erhalte ich eine eintrittskarte in das leben anderer. Das ist ganz entscheidend und das motiviert mich auch. das ist auch der grund,warum ich lieber journalistisch fotografiere, als im studio.

Mehr von Chris Rügge


born 1959, finished school 1978. 1980 I bought a used Canon AE 1 and started to take pictures in the club and art-scene. It happened to be more 'by the way'. soon I was known as a photographer, because I had always taking my camera with me. Nobody did know, what I exactly was doing, but - who cares. This time I call the beginning of my career as a photographer, because I took some really amazing pictures this time. I didn't realize this at this point, I didn't earn money with it and I didn't waste a thought about it.

But then I bought a used b/w laboratory, which made me think different about photography, because I had to work on the stuff I produced in the laboratory. I think there's a strong relationship between the photography itself and working on your own pictures in the laboratory. You have to pay for every mistake you make, but that's the way how to learn it. I think the correspondence between work with the camera and the laboratory is very important. at least in the beginning you make the experience, what a picture can do and what it can't.

As I mentioned, in the beginning I didn't realize that, but now I know, that the kind of photography I started with, is today my favored way ofworking with photography. That means, to see and to shot things and people. Photography is quiet simple, you need lite, you try as long as you need until it looks good, then you open the shutter and the lite comes on the film. then you work on it in the laboratory as long until it looks like you want to have it. The way is just practicising. While I had been a trainee I started to work for a city-magazine until 1989 when I bought a fashion-photo-studio from a photographer, who had quit work because of his age. I did some jobs for some of his former clients.

In this time I earned a lot of money, but I had also high costs. So I had to earn heaps of money. This kind of independance led to its opposite, I had to look for jobs I would not have done. 1992 I had to sell the studio again. The benefits of a studio are that you can do all these free shots and you can leave all your stuff after working with it. Then I had been associated in annother photographers studio for one year.

Now I am independent again. I am doing shots of international fashion-shows, editorial portraits, for magazines and partys as well (they call it event-photography), when good-paying PR-agencies want to show their customers how they spent their money.

Last, but not least: What is photography to me? It is not the most important thing in my life, but rather important. I like photography, even if I can stand some jobs only with the help of routine. But one thing is for sure, photography is communication, and I have to deal with people, with the clients and the ones I take my pictures of. In this sense photography is a ticket to the life of other people. This is one of my main reasons and gives me motivation and also the reason why I prefer doing journalism work rather than studio work.

More of Chris Rügge

Real life contact:

phone: + 49 - (0) 221 - 32 14 30

If you have questions or comments via email, please feel free to send me an email.

photomic home